Wie erhöhen Sie Ihre KI-Sichtbarkeit? Der 90-Tage-Plan für den Mittelstand, mit Monats-Checkliste, Prioritäten und Vorlagen
Lektion 9 von 9 im GEO-Leitfaden für den Mittelstand: Umsetzen
Acht Lektionen lang ging es darum, wie die KI Unternehmen findet, versteht und empfiehlt. Diese letzte Lektion ist anders. Sie erklärt nicht mehr, sie plant. Am Ende haben Sie eine Monats-Checkliste mit sechs Aufgaben und einen Plan für die ersten 90 Tage, Woche für Woche. Dazu kommen eine Übersicht, was Vorrang hat, und ein Blatt, auf dem der Fortschritt festgehalten wird. Alles ist den vier Fragen der KI zugeordnet, damit Sie jederzeit wissen, warum eine Aufgabe auf der Liste steht. Dieselben Vorlagen gibt es als Arbeitsmappe zum Herunterladen.
Warum scheitert GEO selten am Wissen?
GEO scheitert selten am Wissen, sondern am Alltag. Die meisten Geschäftsführer, die sich mit dem Thema beschäftigen, verstehen schnell, worum es geht. Dann kommt ein voller Auftragsbestand, eine Messe oder ein Personalengpass, und die guten Vorsätze rutschen nach hinten. Drei Monate später ist nichts passiert.
Dagegen hilft kein zusätzliches Wissen. Gebraucht wird ein fester Rahmen. Die KI belohnt Unternehmen, die über Monate gleichmäßig Spuren hinterlassen: aktuelle Seiten, regelmäßige Beiträge, neue Bewertungen, Erwähnungen auf fremden Seiten. Ein großer Kraftakt im Frühjahr und danach Stille bringt deutlich weniger als ein kleiner Aufwand jeden Monat. Deshalb wird der Plan aus wiederkehrenden Aufgaben gebaut, jede mit Namen und Termin.
Auf einen Blick
Ein Plan ohne Namen und Datum bleibt ein guter Vorsatz.
Welche sechs Aufgaben gehören in jeden Monat?
In jeden Monat gehören sechs Aufgaben, die zusammen alle vier Fragen der KI abdecken. Zusammen kosten sie im Mittelstand erfahrungsgemäß sechs bis zehn Stunden im Monat, verteilt auf mehrere Schultern. Schaffen Sie in einem Monat nur vier davon, ist das kein Scheitern. Entscheidend ist, dass Sie im nächsten Monat weitermachen.
|
Frage der KI |
Aufgabe |
Wer, wie lange |
|---|---|---|
|
Aktuell, verstanden |
1. Eine neue Antwortseite oder Fallstudie veröffentlichen, mit Stand-Datum (Lektion 6) |
Marketing, 3 bis 4 Stunden |
|
Aktuell, bestätigt |
2. Vier bis acht fachliche Beiträge auf LinkedIn, nach der Wochenvorlage (Lektion 8) |
Geschäftsführung und Marketing, je Woche 30 bis 60 Minuten |
|
Bestätigt |
3. Zwei Kunden persönlich um eine Bewertung oder Referenz bitten (Lektion 7) |
Geschäftsführung oder Vertrieb, 15 Minuten |
|
Aktuell |
4. Eine bestehende Seite auffrischen: neue Zahlen, neues Beispiel, neues Stand-Datum (Lektion 6) |
Marketing, 45 Minuten |
|
Bestätigt |
5. Eine Erwähnung auf einer fremden Seite verdienen: Verband, Kunde, Fachmedium, Liste (Lektion 7) |
Geschäftsführung, 1 Stunde |
|
Alle vier |
6. Die feste Messung mit denselben Fragen durchführen und eintragen (Lektion 3) |
Marketing oder Assistenz, 1 bis 2 Stunden |
Was tun Sie in den ersten 90 Tagen, Woche für Woche?
In den ersten 90 Tagen bauen Sie das Fundament und gewöhnen sich an den Rhythmus. Die Reihenfolge folgt den vier Fragen der KI: In den ersten vier Wochen sorgen Sie dafür, dass die KI Sie findet und richtig versteht. In den Wochen 5 bis 8 kommen die Antworten dazu, ab Woche 9 die Bestätigung von außen. Der LinkedIn-Rhythmus läuft ab Woche 2 durch.
|
Woche |
Aufgabe |
Wer, wie lange |
|---|---|---|
|
Woche 1 |
Test aus Lektion 3 als Ausgangswert durchführen; Stammtext schreiben und freigeben (Lektion 5) |
Marketing 3 Stunden, Geschäftsführung 1 Stunde |
|
Woche 2 |
Firmierung, Adresse und Beschreibung in allen Profilen und Verzeichnissen angleichen; erster LinkedIn-Beitrag |
Assistenz 3 Stunden, Geschäftsführung 30 Minuten |
|
Woche 3 |
Website bei Bing anmelden, Suchroboter in der robots.txt prüfen, strukturierte Daten für Unternehmen einbauen lassen (Lektion 5) |
Webdienstleister 2 bis 4 Stunden |
|
Woche 4 |
Über-uns-Seite mit Stammtext und Geschäftsführung umschreiben; Themenspeicher mit zwölf Kundenfragen anlegen (Lektion 8) |
Marketing 3 Stunden, Vertrieb 30 Minuten |
|
Woche 5 |
Erste Antwortseite zur häufigsten Kundenfrage (Lektion 6) |
Marketing 3 bis 4 Stunden |
|
Woche 6 |
Zwei Kunden um Bewertung oder Referenz bitten; eine wichtige Seite auffrischen |
Geschäftsführung 15 Minuten, Marketing 45 Minuten |
|
Woche 7 |
Zweite Antwortseite; erster längerer LinkedIn-Artikel |
Marketing 3 Stunden, Geschäftsführung 1 Stunde |
|
Woche 8 |
Erste Fallstudie mit einem Kunden abstimmen und veröffentlichen |
Marketing 3 Stunden, Kunde 30 Minuten |
|
Woche 9 |
Liste aller fremden Quellen über das Unternehmen anlegen; Verbands- und Partnerseiten vervollständigen (Lektion 7) |
Assistenz 2 Stunden |
|
Woche 10 |
Einen Kunden oder Partner um eine Referenz auf seiner Website bitten; erstes erklärendes Video planen |
Geschäftsführung 1 Stunde |
|
Woche 11 |
Einen Anlass für eine Meldung oder einen Fachbeitrag auswählen und vorbereiten |
Geschäftsführung und Marketing, je 1 Stunde |
|
Woche 12 |
Zwei Kunden um Bewertung bitten; Messung wiederholen |
Geschäftsführung 15 Minuten, Marketing 2 Stunden |
|
Woche 13 |
Ergebnis neben den Ausgangswert legen, Plan für das nächste Quartal festlegen |
Geschäftsführung und Marketing, 1 Stunde |
Nach 13 Wochen haben Sie damit ein vollständiges Fundament, zwei Antwortseiten, eine Fallstudie, zehn bis zwölf LinkedIn-Beiträge, mehrere neue Bewertungen und mindestens eine neue Erwähnung auf einer fremden Seite. Ob die KI das schon in Empfehlungen umsetzt, wird in Woche 12 gemessen.
Welche Aufgaben haben Vorrang?
Vorrang haben Aufgaben, die einmal erledigt werden und lange wirken. Danach kommen die Gewohnheiten, dann der Aufbau über Monate. Große Schritte wie ein Wikipedia-Eintrag oder Vorträge auf Konferenzen stehen bewusst am Ende, weil sie ohne Fundament wenig bewirken. Die Einordnung wurde aus den Lektionen 5 bis 8 abgeleitet und ist eine Faustregel, kein Gesetz.
|
Feld |
Aufgaben |
Warum |
|---|---|---|
|
Sofort |
Stammtext, einheitliche Angaben in allen Profilen, Bing-Anmeldung, strukturierte Daten, Über-uns-Seite |
Einmaliger Aufwand, wirkt auf alle vier Fragen und trägt alles Weitere |
|
Gewohnheit |
LinkedIn-Beiträge, Bewertungen, Auffrischen bestehender Seiten, monatliche Messung |
Erzeugt die laufenden Spuren, an denen die KI Aktivität erkennt |
|
Aufbau |
Antwortseiten, Fallstudien, Referenzen bei Kunden und Partnern, Verbände, Fachbeiträge, Videos |
Wirkt über Monate und braucht Abstimmung mit anderen |
|
Später |
Pressearbeit in größerem Umfang, Wikipedia und Wikidata, Vorträge, Aufnahme in Bestenlisten |
Lohnt sich erst, wenn das Fundament steht, oder nur für bestimmte Unternehmen |
Wie halten Sie den Fortschritt fest?
Den Fortschritt halten Sie auf einem einzigen Blatt fest, das Sie jeden Monat ergänzen. Die Methode stammt aus Lektion 3: dieselben Fragen, dieselben Systeme, mehrere Durchläufe. Hier geht es nur um das Blatt selbst. Vor dem Start wird der Ausgangswert eingetragen, danach jeden Monat die neuen Werte.
|
Kennzahl |
Wie Sie sie erheben |
Ausgangswert, Monat 1, Monat 3, Monat 6 |
|---|---|---|
|
Nennungsanteil bei Einkaufsfragen |
Anteil der Antworten, in denen Ihr Unternehmen genannt wird (Lektion 3) |
in Prozent je System |
|
Richtigkeit der Namensfrage |
Beschreibung der KI gegen den Stammtext abgleichen |
stimmt, teilweise, falsch |
|
Quellen über Ihr Unternehmen |
Zahl der fremden Seiten, die die KI nennt |
Anzahl |
|
Bewertungen gesamt |
Summe über alle Portale |
Anzahl und Durchschnitt |
|
Erwähnungen auf fremden Seiten |
Neue Nennungen in Verbänden, Medien, bei Kunden |
Anzahl |
|
Veröffentlicht |
Antwortseiten, Fallstudien, LinkedIn-Beiträge |
Anzahl |
|
Anfragen über KI-Assistenten |
Auswahl im Kontaktformular und Besuche aus ChatGPT in Google Analytics |
Anzahl |
Erwarten Sie keine Bewegung in jeder Zeile jeden Monat. Erfahrungsgemäß ändert sich zuerst die Richtigkeit, dann die Zahl der Quellen, und zuletzt der Nennungsanteil.
Die Arbeitsmappe zum Leitfaden
Monats-Checkliste, 90-Tage-Plan, Wochenvorlage für LinkedIn, Themenspeicher und Tracker gibt es als Arbeitsmappe zum Herunterladen (Excel). Sie können sie ausdrucken, im Team teilen oder einer freien Kraft als Auftrag mitgeben.
Wer macht was im Unternehmen?
Im Unternehmen verteilt sich die Arbeit am besten auf drei Rollen, die es in fast jedem Mittelständler schon gibt, sodass niemand extra eine neue Stelle schaffen müsste. Entscheidend ist, dass jede Aufgabe einen Eigentümer und einen festen Termin bekommt.
- Die Geschäftsführung ist die Stimme. Sie gibt den Stammtext frei, spricht Kunden auf Referenzen an und veröffentlicht fachliche Beiträge unter eigenem Namen. Aufwand: etwa eine Stunde pro Woche.
- Marketing oder Assistenz ist der Motor. Sie pflegt Profile und Website, sammelt Bewertungen und führt die monatliche Messung durch. Aufwand: je nach Größe zwei bis vier Stunden pro Woche.
- Der Vertrieb liefert die Fragen. Er meldet, welche Fragen Kunden stellen, und fragt neue Interessenten, wie sie auf das Unternehmen gekommen sind. Aufwand: wenige Minuten pro Woche.
Wann sind erste Ergebnisse bei der KI-Sichtbarkeit realistisch?
Erste Ergebnisse bei der KI-Sichtbarkeit sind oft nach wenigen Wochen zu sehen, zuerst bei der Beschreibung Ihres Unternehmens und später bei den Empfehlungen, die langsamer wachsen, weil sie von der Bestätigung durch andere abhängen. Wie schnell es geht, hängt von Ihrer Branche, Ihren Wettbewerbern und Ihrem Ausgangspunkt ab, und niemand kann es seriös auf den Tag vorhersagen. Nach drei Monaten sieht man oft erste Wirkung.
Frühe Zeichen, dass die Arbeit wirkt, sind eine richtigere Beschreibung bei der Namensfrage und neue Quellen zu Ihrem Unternehmen. Dazu kommen erste Nennungen bei Einkaufsfragen, auch wenn sie noch nicht in jedem Durchlauf auftauchen. Wer diese Zeichen monatlich festhält, sieht den Fortschritt lange, bevor er sich in Anfragen zeigt, und verliert nicht die Geduld.
Wann lohnt sich Unterstützung von außen?
Unterstützung von außen lohnt sich vor allem dann, wenn Sie die Messung belastbar haben wollen, ohne selbst Stunden in Testfragen zu investieren, oder wenn die oberen Stufen der Leiter aus Lektion 7 anstehen, etwa Pressearbeit. Alles andere in diesem Leitfaden können Sie mit Ihrem Team selbst umsetzen, und genau dafür ist der GEO-Leitfaden zur Optimierung in der KI-Suche geschrieben.
Wer die laufende Messung abgeben möchte, findet bei Hubert Strategies mit dem KI-Radar eine monatliche Messung mit jeden Monat denselben Fragen, und mit dem Kurzcheck einen ersten, einmaligen Befund. Ob Sie selbst messen oder messen lassen, ist am Ende weniger wichtig als die Gewohnheit, es regelmäßig und immer gleich zu tun.
Am Ende führen drei Wege zum Ziel, und alle drei sind legitim. Entscheidend ist nur, dass gemessen wird wie in Lektion 3 und dass niemand Platzierungen verspricht.
|
Weg |
Passt, wenn |
So nutzen Sie den Leitfaden |
|---|---|---|
|
Selbst umsetzen |
Sie im Team zwei bis vier Stunden pro Woche freimachen können |
Monats-Checkliste jeden Monat, 90-Tage-Plan zum Start, Tracker für die Messung |
|
Mit einer freien Kraft |
Ihnen die Zeit fehlt, Sie die Steuerung aber behalten wollen |
Checkliste und Tracker als Auftrag mitgeben, einmal im Monat gemeinsam auf die Werte schauen |
|
Mit einer Agentur |
Messung und Aufbau dauerhaft abgegeben werden sollen |
Auf denselben Kennzahlen bestehen: Nennungsanteil, Richtigkeit, Quellen, Anfragen |
Der Leitfaden in fünf Sätzen
Immer mehr Kunden, Bewerber und Geldgeber lassen sich von ChatGPT, Gemini, Copilot und Claude eine Vorauswahl nennen. Die KI-Systeme recherchieren dafür live über Suchmaschinen und vertrauen fremden Quellen mehr als der Website des Unternehmens. Ob ein Unternehmen genannt wird, hängt davon ab, ob die KI es findet, eindeutig versteht, als aktiv erkennt und von anderen bestätigt sieht. Alle vier Punkte lassen sich mit eindeutigen Unternehmensdaten, zitierfähigen Antworten, regelmäßigen Beiträgen und fremder Bestätigung gezielt verbessern. Gemessen wird der Anteil an vielen Antworten, nicht eine Platzierung, und umgesetzt wird in festen monatlichen Gewohnheiten.
Ihr nächster Schritt
Tragen Sie für jede der sechs Aufgaben der Monats-Checkliste einen Namen und einen festen Termin ein. Führen Sie in Woche 1 den Test aus Lektion 3 durch und tragen Sie den Ausgangswert in den Tracker ein. Ergänzen Sie das Kontaktformular um die Auswahl „KI-Assistent, etwa ChatGPT“. In 13 Wochen legen Sie die neuen Werte daneben.
Das Wichtigste in Kürze
Zurück zur Übersicht
Wird Ihr Unternehmen in ChatGPT & Co. gefunden?
Alle neun Lektionen des GEO-Leitfadens für den Mittelstand auf einen Blick, zum Nachlesen und Weitergeben im Team.
Vertiefung: GEO für den Mittelstand · Kennzahlen im GEO-Dashboard · Reporting für die Geschäftsführung
Wen empfiehlt ChatGPT, wenn Ihre Kunden fragen?
Vielleicht Sie, vielleicht Ihren Wettbewerber. Im kostenlosen Erstgespräch sehen wir gemeinsam nach, was ChatGPT, Gemini und Perplexity heute über Ihr Unternehmen sagen, woher diese Antworten stammen und wo sich Arbeit für Sie wirklich lohnt. Und wenn eine einmalige Prüfung genügt, sagen wir Ihnen das offen.
FAQ Häufig gestellte Fragen

Über den Autor
Simon Hubert
Gründer und Geschäftsführer der GEO Agentur Hubert Strategies
Simon Hubert ist Gründer der GEO Agentur Hubert Strategies in Göttingen und arbeitet an generativer Suchmaschinenoptimierung, Entity SEO, Knowledge-Graph-Strukturen und KI-Sichtbarkeit in ChatGPT und Co. Seine erste Digitalagentur gründete er 2011. Er hält einen Master in Business Informatics der Universität Mannheim und ist seit über 20 Jahren in Digitalisierung und IT unterwegs, mehrere Jahre davon in Großkonzernen.
Dieser Beitrag ist Teil des GEO-Leitfadens für den Mittelstand und gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. KI-Systeme entwickeln sich schnell; genannte Zahlen sind den verlinkten Quellen entnommen und können sich ändern.
