KI Sichtbarkeit für Agenturen: Nur 18 von 93 Dienstleistern nennen einen Autor, den ChatGPT lesen kann
KI Sichtbarkeit für Agenturen: Der eigene Auftritt ist der erste Beweis
Agenturen und Beratungen verkaufen Sichtbarkeit in ChatGPT, Gemini und Perplexity. Wer selbst nicht in diesen Antworten auftaucht, verliert Anfragen, bevor ein Gespräch beginnt. In einer eigenen Stichprobe unter 93 Dienstleistern, die Suchsichtbarkeit anbieten, zeichnen 18 einen Autor ihrer eigenen Inhalte maschinenlesbar aus. 21 pflegen dagegen eine llms.txt, also eine Textdatei, mit der Websites KI-Systeme ansprechen wollen.
1. Einführung: KI Sichtbarkeit für Agenturen
Eine Agentur mit vierzehn Beschäftigten verkauft seit einem Jahr Sichtbarkeit in KI-Systemen. Die Leistungsseite ist sauber gebaut, die Fallbeispiele sind echt, das Team kann das Handwerk. Dann tippt eine Geschäftsführerin aus der Nachbarstadt eine Frage in einen KI-Assistenten: Wer unterstützt mich dabei, in ChatGPT gefunden zu werden? Vier Anbieter werden genannt. Die Agentur ist nicht dabei. Ob ein Name in einer solchen Antwort landet, hängt daran, woraus KI Sichtbarkeit besteht, und nicht am Wortlaut der eigenen Leistungsseite.
Auf einen Blick
18 von 93
geprüfte Dienstleister mit maschinenlesbarer Autorenangabe (Hubert-Strategies-Stichprobe)
45 %
der Marketingverantwortlichen können ihre Sichtbarkeit in KI-Antworten nicht genau messen (Semrush AI Visibility Index)
97 %
der llms.txt-Dateien wurden im Messmonat nie abgerufen (Ahrefs, 137.210 Domains)
KI-Sichtbarkeit für Agenturen ist der Grad, in dem eine Agentur selbst in Antworten von KI-Systemen genannt, empfohlen oder als Quelle zitiert wird. Gemessen wird sie über den Anteil der Antworten mit Nennung, mit Empfehlung und mit Verweis auf die eigene Domain. Sie entsteht aus derselben Grundlage, die Agenturen ihren Kunden verkaufen: lesbare Identität, belegte Fachkompetenz und Erwähnungen außerhalb der eigenen Website.
Was das für Sie heißt: Ihre künftigen Kunden fragen inzwischen ein Programm, wen sie beauftragen sollen. Fällt Ihr Name dort nicht, verlieren Sie Anfragen, ohne es zu merken. Es bleibt kein Klick aus, den Sie zählen könnten. Der Aufwand für die Grundlagen liegt bei ein bis zwei Arbeitstagen, und die meiste Arbeit betrifft Angaben, die in Ihrem Haus längst vorliegen.
Damit liegen zwei Dinge auf dem Tisch, die in den meisten Ratgebern verschmelzen. Erstens die Leistung, die ein Haus verkauft. Zweitens der Nachweis, dass sie am eigenen Auftritt funktioniert. Das Erste ist Vertrieb. Das Zweite ist Handwerk und lässt sich an einem Nachmittag prüfen. Wo die Grenze zwischen klassischer Suchmaschinenoptimierung und Generative Engine Optimization, kurz GEO, verläuft, klärt die Abgrenzung von SEO und GEO. Spürbar wird der Unterschied, sobald ein Interessent nicht mehr Ihre Website öffnet, sondern seine Frage in einen KI-Assistenten tippt und eine Empfehlung erwartet.
2. Warum die eigene Sichtbarkeit bei Dienstleistern schwerer wiegt
Der Markt für Agenturleistungen steht unter Druck. Nach dem Frühjahrsmonitor des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen sanken die Umsätze der Mitgliedsagenturen im vergangenen Jahr um durchschnittlich 2,7 Prozent, nach 0,9 Prozent im Jahr davor. 43,7 Prozent der Agenturen meldeten ein Plus, 50,7 Prozent einen Rückgang. Befragt wurden 92 Inhaberinnen und Geschäftsführer. Feldzeit: Anfang Februar bis Anfang März.
„Eines dürfte mittlerweile aber jeder und jedem klar sein: Ein Selbstläufer ist eine gesunde Agenturentwicklung derzeit nicht.“
Larissa Pohl, Präsidentin des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen.
In derselben Erhebung nennen 49 Prozent der Agenturen den Ersatz von Agenturleistungen durch KI als Herausforderung. Das ist die eine Hälfte der Geschichte. Die andere: Dieselbe Künstliche Intelligenz entscheidet inzwischen mit, welche Agentur überhaupt in die engere Auswahl kommt. Wer GEO als Leistung anbietet, konkurriert also nicht nur mit anderen Anbietern, sondern mit der eigenen Unauffindbarkeit.
Das ist wie ein Malerbetrieb mit abblätternder Fassade am eigenen Haus. Das Handwerk stimmt, der Beweis fehlt.
Auf der Nachfrageseite verschiebt sich der Anspruch parallel. Eine Befragung von 180 Unternehmen im Netzwerk des Digitalverbands Bitkom ergab, dass 84 Prozent KI zu den Trends mit dem größten Einfluss auf das Marketing zählen. 67 Prozent sind überzeugt, dass Marketing ohne den Einsatz von KI künftig nicht mehr erfolgreich sein wird. 51 Prozent sehen generative Verfahren schon heute in einem erheblichen Teil der kreativen Arbeit. Und 52 Prozent benennen fehlende Kompetenzen im eigenen Haus.
„Künstliche Intelligenz gewinnt auch deshalb stark an Bedeutung, weil sie Effizienzgewinne ermöglicht und Marketingteams spürbar entlastet.“
Dr. Florian Bayer, Bitkom-Experte für digitales Marketing.
Parallel verschiebt sich, wo Reichweite überhaupt entsteht. In der Google-Suche stehen inzwischen Google AI Overviews über den Ergebnissen, also generierte Antwortblöcke. Der Klick auf ein Ergebnis entfällt dann häufig, der Traffic sinkt, und die Nennung im Antwortblock tritt an seine Stelle. In KI-Chatbots wie ChatGPT gibt es die Ergebnisliste gar nicht mehr. Sichtbarkeit in generativen Systemen liegt damit nicht neben dem klassischen SEO, sondern vor dem Erstkontakt.
Große Sprachmodelle, im Fachjargon Large Language Models, ziehen ihre Antworten aus dem, was über einen Anbieter geschrieben steht. Nicht aus dem, was er über sich selbst schreibt. Ob KI-Systeme ihre Inhalte aufnehmen, hängt deshalb an der Zuordnung und nicht an der Formulierung. Mehr Sichtbarkeit entsteht nicht aus mehr Text.
Für eine Agentur bedeutet das eine doppelte Beweislast. Sie soll fehlende Kompetenz ausgleichen und gleichzeitig zeigen, dass sie diese Expertise besitzt. Genau diesen Nachweis liefert der eigene Auftritt, wenn er von KI-Systemen zitiert wird. Dabei greift ein Mechanismus, den Signale außerhalb der eigenen Domain besser erklären als jede Selbstbeschreibung. Ein Modell prüft nicht die Behauptung. Es prüft die Deckung durch Dritte.
Zusammengefasst: Für Dienstleister ist die eigene KI-Sichtbarkeit kein Marketingkanal neben anderen, sondern ein Qualitätsbeleg. Ein Anbieter, der in ChatGPT, Claude, Copilot, Gemini, Perplexity und Grok bei den Fragen seiner Zielgruppe nicht vorkommt, muss seine Kompetenz behaupten. Ein Anbieter, der dort als Quelle erkannt wird, muss sie nur noch zeigen. Der Unterschied kostet im Vertriebsgespräch mehrere Minuten Argumentation.
3. Unsere Position: Nicht die Messung ist der Engpass
Die Ratgeber zu diesem Thema sind sich in der Reihenfolge einig. Erst ein Prompt-Set aufbauen, also eine Liste von Prompts, das sind Textanfragen an KI-Assistenten. Dann Kennzahlen definieren, ein Monitoring einrichten, Wettbewerber vergleichen, Inhalte gezielt für KI-Systeme optimieren. Diese Reihenfolge ist für große Marken sinnvoll. Was die meisten Ratgeber übersehen: Bei Dienstleistern liegt der Engpass davor.
Dass Messen schwer ist, gilt als belegt. Der AI Visibility Index von Semrush hat 126 Millionen Anfragen an KI-Systeme ausgewertet. Ergebnis: 45 Prozent der Marketingverantwortlichen können die Sichtbarkeit ihrer Marke in generierten Antworten nicht genau messen, nur 9 Prozent verfügen über Tools für alle relevanten Kennzahlen. Dieselbe Auswertung nennt einen Grund, warum Messwerte je System auseinandergehen: ChatGPT zitiert im Schnitt 15 Quellen pro Antwort, Google Gemini drei.
„Die Grundlagen des SEO sind für den Aufbau von Vertrauenssignalen für KI von entscheidender Bedeutung, doch Sichtbarkeit hängt inzwischen davon ab, wie konsistent eine Marke ihre Erzählung über die digitalen Kanäle hinweg verstärkt.“
(„The foundations of SEO are critically important in creating trust signals for AI, but visibility now depends on how consistently a brand reinforces its narrative across digital channels.“)
Andrew Warden, Vice President Marketing bei Adobe, im AI Visibility Index.
Für die Messung der KI-Sichtbarkeit gibt es inzwischen spezialisierte Tools. Sie erfassen Antworten automatisiert und bereiten sie als KPIs auf, also als Kennzahlen für die Steuerung. Das spart Zeit. Beim Zählen helfen sie. Warum KI-Modelle einen Anbieter übergehen, beantworten sie nicht, denn dafür müsste man semantisch analysieren, welche Angaben über diesen Anbieter überhaupt lesbar vorliegen.
Unsere Position: Ein Prompt-Set misst etwas, das erst entstehen muss. Wer als Anbieter nicht eindeutig zuzuordnen ist, misst über Wochen dieselbe Null und nennt das Monitoring. Deshalb gehört die technische Grundlage vor die Messung, nicht danach. Belegen lässt sich das nur mit Zahlen über Dienstleister selbst, und die fehlten bisher.
Also haben wir sie erhoben. Grundlage war das öffentliche Mitgliederverzeichnis des Bundesverbands Digitale Wirtschaft, aus dessen Quelltext sich 561 verschiedene Mitgliedsdomains auslesen lassen. Daraus eine systematische Stichprobe: alphabetisch nach Domain sortiert, jede dritte gezogen, also 187 Kandidaten ohne Handauswahl. 178 antworteten. Geprüft wurde die Startseite plus bis zu zehn intern verlinkte Unterseiten, jeweils im ausgelieferten Rohdokument ohne ausgeführte Skripte.
93 dieser 178 Websites bieten nach ihrem eigenen Text Suchsichtbarkeit als Leistung an, 19 davon ausdrücklich Sichtbarkeit in der KI-Suche. Diese 93 sind die Grundgesamtheit. Das Ergebnis fällt auseinander: 78 liefern ausgezeichnete Angaben auf der Startseite, 68 einen Organisationseintrag, 43 einen maschinenlesbaren Verweis auf die eigenen Profile. Einen Autor ihrer eigenen Inhalte zeichnen 18 aus. Alle drei Bausteine zusammen erreichen 13 von 93. Also etwa jeder siebte.
Der aufschlussreichste Vergleich steht daneben. 21 der 93 Dienstleister pflegen eine llms.txt, jene Textdatei, mit der eine Website KI-Systemen ihre Inhalte anbieten möchte. Das ist die modische Datei, und sie ist häufiger vorhanden als die Autorenangabe. Die Reihenfolge stimmt hier nicht. Wie viel sie bringt, hat Ahrefs an 137.210 Domains gemessen: 28 Prozent veröffentlichen eine llms.txt, und 97 Prozent dieser Dateien wurden im Messmonat kein einziges Mal abgerufen.
Ein Restaurant, das eine Speisekarte in einer Sprache aushängt, die keiner der Gäste liest, während der Name am Eingang fehlt. So sieht diese Priorität aus.
4. Voraussetzungen: Was Sie benötigen, bevor Sie anfangen
Vier Dinge sollten stehen, und keines davon ist ein Werkzeug. Erstens eine entscheidbare Kategorie: ein Satz, der sagt, was Sie tun und für wen. Zweitens ein benannter Kopf, dem Ihre Inhalte zugerechnet werden können. Drittens ein Ort für Belege von dritter Seite. Viertens Zugriff auf die eigene robots.txt, jene Datei, in der eine Website Abrufprogramme zulässt oder ausschließt.
Die Kategorie verdient die meiste Aufmerksamkeit. „Digitalagentur mit Fokus auf Wachstum“ ist für ein Sprachmodell keine Kategorie, sondern Rauschen. „Agentur für Suchmaschinenoptimierung und KI-Sichtbarkeit in der Region Stuttgart, Schwerpunkt Maschinenbau“ ist eine. Je konkreter die Einordnung, desto eher taucht ein Name bei einer konkreten Frage auf. Wer als Agentur für KI-Sichtbarkeit auftritt, sollte diese Einordnung zuerst bei sich selbst leisten.
Nicht nötig sind ein neues Content-Programm, ein neues Tool-Abonnement oder ein Relaunch.
Die Tabelle stellt gegenüber, was Agenturen ihren Kunden üblicherweise empfehlen, und was in der Stichprobe auf der eigenen Website tatsächlich stand.
|
Baustein |
Übliche Empfehlung an Kunden |
Befund in der Stichprobe |
|---|---|---|
|
Ausgezeichnete Angaben |
Pflicht auf jeder Startseite |
78 von 93 vorhanden |
|
Organisationseintrag |
Name, Sitz und Zuständigkeit maschinenlesbar |
68 von 93 |
|
Verweise auf eigene Profile |
Website und Profile zeigen aufeinander |
43 von 93 |
|
Autorenangabe |
Jeder Beitrag trägt einen benannten Kopf |
18 von 93 |
|
llms.txt |
kaum belegte Wirkung |
21 von 93 |
Den eigenen Auftritt zum Beweisstück machen
Wir prüfen, welche Angaben zu Ihrem Haus heute lesbar draußen stehen und welcher Baustein zuerst fehlt, mit einem Befund je Kriterium statt einer allgemeinen Empfehlung.
5. Schritt für Schritt: Die eigene KI Sichtbarkeit aufbauen
Sechs Schritte, die ein Team in wenigen Tagen selbst erledigt. Die Reihenfolge ist bewusst gewählt: Sie beginnt bei der Auffindbarkeit, führt über die Zuordnung zur Bestätigung durch Dritte und endet erst dann bei der Messung. Wer die Reihenfolge dreht, optimiert Inhalte für ein System, das die Seite gar nicht abrufen darf.
Schritt 1: Die eigene robots.txt lesen
Rufen Sie Ihre Domain mit dem Zusatz robots.txt auf und suchen Sie nach den Abrufprogrammen der Anbieter, im Fachjargon Crawler genannt. In der Stichprobe sperren 5 von 93 Dienstleistern mindestens einen dieser Crawler aus, meist aus einer übernommenen Vorlage. Ein Fall betraf ausgerechnet OAI-SearchBot, also genau jenen Crawler, der über die Aufnahme in die Suchantworten von ChatGPT entscheidet. Ein Häkchen zu viel im Baukasten.
Wie eindeutig das dokumentiert ist, zeigt die Anbieterdoku selbst. Bei OpenAI heißt es: „Websites, die für OAI-SearchBot abgemeldet sind, werden in den Suchantworten von ChatGPT nicht angezeigt, können aber weiterhin als Navigationslinks erscheinen.“ (Original: „Sites that are opted out of OAI-SearchBot will not be shown in ChatGPT search answers, though can still appear as navigational links.“)
„Wenn Sie Claude-SearchBot auf Ihrer Website deaktivieren, verhindert das, dass unser System Ihre Inhalte für die Suche indexiert, was die Sichtbarkeit und Genauigkeit Ihrer Website in den Suchergebnissen der Nutzer verringern kann.“
(„Disabling Claude-SearchBot on your site prevents our system from indexing your content for search optimization, which may reduce your site’s visibility and accuracy in user search results.“)
Anthropic, Dokumentation zu den eigenen Crawlern.
Schritt 2: Das eigene Haus als Organisation auszeichnen
Name, Rechtsform, Sitz, Gründungsjahr und Zuständigkeit gehören in die ausgezeichneten Angaben der Startseite, nicht nur ins Impressum. Damit kann ein Programm die Werte semantisch eindeutig übernehmen, ohne sie selbst zu deuten. 68 von 93 Dienstleistern haben diesen Eintrag, 25 nicht. Für die saubere Zuordnung hilft Knowledge-Graph-Optimierung, technisch ist der Eintrag an einem Tag erledigt.
Schritt 3: Verweise zwischen den eigenen Profilen setzen
Website, Berufsprofile der Beteiligten, Registereintrag und Branchenverzeichnisse sollten in beide Richtungen aufeinander zeigen. Erst diese Kette macht aus verstreuten Fundstellen ein Unternehmen. In der Stichprobe setzen 43 von 93 Dienstleistern solche Verweise, bei 50 fehlen sie. Das ist der größte einzelne Rückstand unter den technischen Bausteinen. Aufwand: eine Stunde.
Schritt 4: Jeden Beitrag einem Kopf zuordnen
Ein Fachbeitrag ohne benannte Person ist für ein KI-System eine Behauptung ohne Absender. Genau hier liegt der größte Rückstand: 18 von 93 Dienstleistern zeichnen einen Autor maschinenlesbar aus. Vier von fünf verzichten darauf. Setzen Sie unter jeden Beitrag eine reale Person mit Rolle und eigener Profilseite, und verknüpfen Sie diese Seite mit ihren Berufsprofilen. Autorität und Vertrauenswürdigkeit entstehen an Personen, nicht an Domains.
Schritt 5: Belege außerhalb der eigenen Domain aufbauen
Zwei Fundstellen außerhalb der eigenen Website wirken stärker als zehn Unterseiten im eigenen Auftritt: ein Fachbeitrag, ein Verbandsprofil, eine Meldung mit Zahlen. Erwähnungen in verlässlichen Medien lassen sich planen, statt auf sie zu warten. Ziel ist es, dass die erste Antwort über Sie nicht ausschließlich auf Ihre eigene Seite zurückgeht.
Schritt 6: Erst jetzt messen
Nun lohnt die Messung. Ein Unternehmen in ChatGPT zu finden, ist einfach. Eine Steigerung der Sichtbarkeit über mehrere Systeme hinweg zu belegen, ist Arbeit. Sammeln Sie 30 bis 50 Prompts, die Ihre Zielgruppe tatsächlich stellt, und stellen Sie sie in KI-Systemen wie ChatGPT, Gemini und Perplexity. Halten Sie je Antwort fest, ob Ihr Name fällt, ob er empfohlen wird und ob Ihre Domain als Quelle erkannt wird. Ein GEO-Audit liefert diese Ausgangslage in strukturierter Form, ein regelmäßiges Monitoring macht Veränderungen messbar.
Die Messung von KI-Sichtbarkeit lebt vom Vergleich, denn eine Kennzahl ohne Vergleichswert lässt sich nicht deuten. Kombinieren Sie deshalb drei Ebenen: den Anteil der Antworten mit Ihrem Namen, die Relevanz der jeweils zitierten Quellen und die klassischen Keywords, über die Ihre Seite schon heute gefunden wird. Erst diese Kombination zeigt, wo eine gezielte Optimierung strategisch lohnt. Wer den Bestand vorher sortieren möchte, kann den eigenen Stand erheben und danach nachziehen.
6. Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Die modische Datei vor dem Fundament. 21 von 93 Dienstleistern pflegen eine llms.txt, 75 verzichten auf die Autorenangabe. Nach der Ahrefs-Messung wurden 97 Prozent solcher Dateien nie abgerufen. Die Reihenfolge sollte deshalb umgekehrt laufen.
Kundenzahlen statt eigener Zahlen. Fallbeispiele mit Prozentsprüngen belegen die Arbeit für andere. Für die eigene Sichtbarkeit zählt, was über Sie außerhalb Ihrer Website steht.
Ein Blog ohne Gesicht. Zwölf Beiträge im Jahr, alle ohne Verfasser. Damit fehlt dem Sprachmodell der Anker, an dem es Fachkompetenz festmachen könnte.
Sperren aus dem Baukasten. Viele Vorlagen bringen eine robots.txt mit, die KI-Crawler pauschal ausschließt. Wer das nicht prüft, wirbt für eine Leistung, die er sich selbst verbaut hat. Diese Prüfung gehört in jedes SEO-Onboarding, auch in das eigene.
Messen ohne Vergleich. Ein Nennungsanteil von 12 Prozent klingt schwach, kann in einem engen Feld aber führend sein. Ohne die Werte der Wettbewerber bleibt jede Analyse Deko.
Alles auf eine Kennzahl reduzieren. Der Anteil der Antworten mit Ihrem Namen sagt nichts über die Relevanz der Frage. Zehn Nennungen bei Fragen, die niemand stellt, wiegen weniger als eine bei der Frage, die einen Etat auslöst. Prüfen Sie deshalb, welche Prompts für Ihr Geschäft wirklich relevant sind, und gewichten Sie danach, was strategisch zählt.
Inhalte gezielt für KI-Systeme zu optimieren, bevor die Grundlage steht. Eine Optimierung für KI-Suchen wirkt erst, wenn ein System die Seite abrufen und einem Absender zuordnen kann. Sonst entsteht KI-gestützter Content ohne Adresse.
Bei allen fünf Punkten hilft derselbe Reflex. Prüfen Sie Ihren eigenen Auftritt mit der Prüfliste, die Sie Ihren Kunden vorlegen. Und zwar vor dem nächsten Angebot.
7. Fazit
Für eine Agentur ist die eigene KI-Sichtbarkeit die günstigste Fallstudie, die sie bekommen kann. Sie kostet keinen Kundenetat, sie ist jederzeit prüfbar, und sie beantwortet im Vertriebsgespräch die einzige Frage, die zählt: Funktioniert das, was Sie verkaufen, bei Ihnen selbst?
Die Zahlen aus der Stichprobe zeigen, wo der Rückstand sitzt. Technisch steht die Grundschicht bei den meisten Dienstleistern: 78 von 93 liefern ausgezeichnete Angaben. Anders sieht es bei der Zuordnung zu Personen und Profilen aus. Sie fehlt bei der Mehrheit. Genau daran hängen aber Autorität und Vertrauenswürdigkeit in generativen Systemen.
Für Kunden, die KI-Sichtbarkeit für Unternehmen einkaufen, ist das der einfachste Prüfstein. Sie fragen, wo der Anbieter selbst in KI-Antworten auftaucht. Wer darauf eine Zahl nennen kann, belegt Expertise, statt sie zu behaupten.
Das Ziel: Wenn ein Interessent nach Anbietern in Ihrem Feld fragt, soll Ihr Name aus geprüften Angaben kommen und nicht aus einer Vermutung des Systems.
8. Anhang: Prüfliste für den eigenen Auftritt
Erst messen, dann entscheiden
In einem Gespräch klären wir, was ChatGPT, Gemini und Perplexity heute über Ihr Unternehmen sagen, woher diese Antworten stammen und an welcher Stelle Sie nachlegen können. Reicht dafür eine einmalige Messung, sagen wir Ihnen auch das.
FAQ Häufig gestellte Fragen
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