Linkbuilding vs PR für LLM: 10 von 18 Fachmedien sperren KI Crawler aus
Linkbuilding vs PR für LLM (die KI-Modelle hinter ChatGPT und Perplexity): Der Backlink zählt für Google, die Erwähnung zählt für die KI
Linkbuilding kauft ein Ranking-Signal. Digitale PR erzeugt eine redaktionelle Erwähnung. Large Language Models, kurz LLM, sind Programme, die aus großen Textmengen Antworten formulieren. Sie werten keinen Linkgraphen aus, sie rufen Quellen ab und ziehen Marken als Text heraus. Deshalb entscheidet in KI-Antworten, wie oft und wie eindeutig Ihr Name in den zitierten Quellen vorkommt.
Auf einen Blick
48,6 %
nennen Digital PR die wirksamste Taktik im Linkaufbau (Editorial.Link, 518 Befragte)
75 %
der blockierenden Seiten werden trotzdem in KI-Antworten zitiert (BuzzStream)
10 von 18
deutschen B2B-Fachmedien sperren mindestens einen KI-Crawler aus (eigene Stichprobe, Juli)
1. Einführung: Linkbuilding und Digital PR treffen auf die KI Suche
Ein hochwertiger Backlink kostet nach der Selbstauskunft von 518 SEO-Fachleuten im Schnitt 508,95 US-Dollar. Dieselbe Platzierung erzeugt fast immer auch eine Nennung Ihres Markennamens im Fließtext, und die kostet keinen Cent extra. In KI-Antworten ist es genau diese Nennung, die zählt. Der Link ist das Produkt, das verkauft wird. Die Erwähnung ist der Teil, der bei Large Language Models ankommt.
Linkbuilding vs PR für LLM ist die Abwägung zwischen zwei Off-Page-Stellschrauben: Linkbuilding baut Backlinks für Rankings in klassischen Suchmaschinen auf, Digital PR erzeugt redaktionelle Erwähnungen in Medien. Für Large Language Models zählt vor allem die Erwähnung, weil diese Modelle Quellen abrufen und Marken als Text extrahieren, statt einen Linkgraphen zu gewichten.
Diese Unterscheidung ist kein akademisches Detail. Sie entscheidet darüber, wofür Sie im nächsten Quartal bezahlen. Wer ein Angebot für Linkbuilding prüft, kauft ein Ranking-Signal für Google. Wer digitale PR für KI-Sichtbarkeit beauftragt, kauft Sichtbarkeit in einem System, das Links kaum noch als Stimmzettel behandelt. Wie KI-Systeme stattdessen Vertrauen ohne Backlinks aufbauen, ist die eigentliche Frage hinter diesem Vergleich.
Ein Backlink ist ein Stimmzettel. Eine Erwähnung ist das Gespräch am Nebentisch im Restaurant: Niemand zeigt mit dem Finger auf Sie, aber alle im Raum hören Ihren Namen. Suchmaschinen zählen Stimmzettel. Sprachmodelle hören zu.
Was das für Sie heißt
Für Ihren Betrieb heißt das: Sie zahlen unter Umständen für Verlinkungen, während die Systeme, in denen Ihre Kunden heute fragen, nur den Text auswerten. Beides hat seinen Platz, aber nicht dasselbe Ziel. Ziel ist es, vor der Beauftragung zu klären, welche Kennzahl Sie eigentlich verbessern wollen. Sonst bezahlen Sie eine Leistung und messen eine andere.
2. Linkbuilding und Digital PR im Schnellüberblick
Beide Disziplinen arbeiten außerhalb Ihrer eigenen Website. Beide brauchen fremde Redaktionen. Der Unterschied liegt im Produkt, im Preis und in der Frage, welches System das Ergebnis überhaupt verarbeiten kann.
Im Vokabular der Anbieter heißt der eine Weg Traditional Link Building oder Link Acquisition, gern veredelt mit dem Etikett White-Hat Link Building. Der andere Weg firmiert als Digital PR. Wer beide Begriffe recherchiert, landet zwangsläufig bei der Debatte Digital PR vs Link Building, die im englischen Sprachraum meist als Digital PR and Link Building geführt wird. Seit KI-Antworten mitreden, kommen neue Etiketten hinzu: AI Visibility, LLM Visibility und die Frage, welche Domains in den sogenannten LLM Citation Pools liegen, also in dem Quellenvorrat, aus dem ein Modell für eine Frage schöpft. Die folgende Tabelle stellt die Unterschiede gegenüber.
| Kriterium | Linkbuilding | Digital PR |
|---|---|---|
| Produkt | Ein platzierter Backlink auf einer Fremddomain | Eine redaktionelle Geschichte, in der Ihre Marke vorkommt |
| Primäres Zielsystem | Klassische Search Engines, Rankings in den blauen Links | LLMs und AI Overviews, zusätzlich klassische Rankings |
| Signal | Ein Verweis, den ein Algorithmus zählt und gewichtet | Brand Mentions im Text, mit oder ohne Verlinkung |
| Typisches Risiko | Gekaufte Links ohne Kennzeichnung verstoßen gegen Googles Richtlinien | Kein Pickup, wenn die Geschichte keine eigenen Daten enthält |
| Messgröße | Anzahl und Authority der verweisenden Domains | Nennungsrate und Citations in KI-Antworten |
Die Trennung ist in der Praxis unscharf, weil gute Digital PR fast immer Links mitbringt. Umgekehrt gilt das nicht: Ein eingekaufter Link auf einer thematisch beliebigen Seite bringt selten eine Geschichte mit. Genau an dieser Asymmetrie entscheidet sich, welcher Anbieter Ihr Budget verdient.
3. Linkbuilding im Detail: Was ein Backlink leistet und wo er aufhört
Linkbuilding bleibt ein funktionierender Stellhebel für klassische Rankings. Ein Backlink überträgt Autorität von einer fremden Domain auf Ihre, und Search Engines gewichten diesen Verweis bis heute. In der Umfrage unter 518 SEO-Fachleuten halten 73,2 Prozent Backlinks außerdem für relevant, wenn es um das Erscheinen in KI-Suchergebnissen geht. Eine Überzeugung ist allerdings noch kein Messwert.
3.1 Der Link als Stimme im Graphen
Ein Link ist eine gerichtete Kante zwischen zwei Dokumenten. Er sagt: Diese Seite hält jene Seite für erwähnenswert. Aus Millionen solcher Kanten baut eine Suchmaschine ein Bild davon, welche Adresse in einem Thema Gewicht hat.
Diese Mechanik ist der Grund, warum sich ein Markt für Links gebildet hat. Der Preis liegt laut der Umfrage bei durchschnittlich 508,95 US-Dollar für einen als hochwertig akzeptierten Backlink, das Mindestbudget in stark umkämpften Nischen bei rund 8.406 US-Dollar im Monat. Agenturen stecken im Schnitt 32,1 Prozent des gesamten SEO-Budgets in Linkbuilding.
Der Haushaltsposten ist also groß. Die Erwartung an das Tempo ist es auch: 57,1 Prozent der Befragten rechnen mit sichtbaren Ergebnissen innerhalb von einem bis drei Monaten.
Eine Link Building Agency wählt ihre Link Building Tactics deshalb fast immer nach Domain-Metriken aus. Die Tools dafür sind seit Jahren dieselben, die Auswahl folgt Kennzahlen wie Domain Rating oder geschätztem Traffic. Was in dem gekauften Beitrag inhaltlich steht, ist für diese Auswahl zweitrangig.
3.2 Was der gekaufte Link kostet: Das Kleingedruckte bei Google
Google beschreibt Link-Spam in den Richtlinien für Websites ohne Umschweife. Die Definition steht dort wörtlich, zuletzt aktualisiert Mitte Mai:
„Link-Spam ist die Praxis, Links zu oder von einer Website zu erstellen, hauptsächlich zu dem Zweck, Suchrankings zu manipulieren.“
(„Link spam is the practice of creating links to or from a site primarily for the purpose of manipulating search rankings.“, Google Search Central)
Der erste Punkt auf Googles Beispielliste lautet: Links für Ranking-Zwecke kaufen oder verkaufen. Erlaubt bleibt der Kauf ausdrücklich für Werbe- und Sponsoring-Zwecke, dann aber gekennzeichnet mit rel=”nofollow” oder rel=”sponsored”.
Damit fällt die Sache in sich zusammen. Ein sauber gekennzeichneter Bezahl-Link gibt kein Ranking-Signal weiter. Ein nicht gekennzeichneter Bezahl-Link ist ein Regelverstoß. Wer Links verkauft, verkauft entweder ein entwertetes Signal oder ein Risiko.
Es bleibt aber etwas übrig, und das wird selten mitverkauft: der Name im Text. Genau dieser Rest ist der Teil, der bei einem Large Language Model ankommt.
Kurz zusammengefasst: Linkbuilding erzeugt ein Signal für klassische Suchmaschinen, das bei bezahlten Platzierungen entweder gekennzeichnet und damit entwertet ist oder gegen die Richtlinien verstößt. Der bleibende Wert einer Platzierung liegt in der Erwähnung im redaktionellen Text, nicht im Verweis selbst.
4. Digital PR im Detail: Die Erwähnung als Währung der LLMs
Digital PR bedeutet, eine Geschichte mit eigenen Daten oder einer eigenen Position so aufzubereiten, dass Redaktionen sie freiwillig aufgreifen. Das Ergebnis ist ein Beitrag, in dem Ihre Marke vorkommt, weil sie zur Sache gehört, nicht weil jemand für eine Zeile bezahlt hat.
In der Praxis-Einschätzung der Branche liegt diese Taktik weit vorn. 48,6 Prozent der befragten Fachleute halten Digital PR für die wirksamste Methode im Linkaufbau, Gastbeiträge folgen mit 16 Prozent, Linkable Assets mit 12 Prozent. Bemerkenswert ist ein zweiter Wert derselben Erhebung: 80,9 Prozent glauben, dass auch unverlinkte Markenerwähnungen auf die organische Sichtbarkeit einzahlen.
4.1 Warum LLMs Erwähnungen anders lesen als Links
Ein Sprachmodell beantwortet eine Anfrage nicht, indem es einen Linkgraphen sortiert. AI Models rufen zu den eingegebenen Queries eine Handvoll Quellen ab, lesen deren Text und formen daraus eine Antwort. Das gilt für ChatGPT und Perplexity ebenso wie für Google AI Overviews. Welche Marke in dieser Antwort empfohlen wird, hängt davon ab, welche Namen in den abgerufenen Texten stehen. Die Logik dahinter beschreibt der Beitrag zu der Frage, wie Modelle Quellen auswählen, im Detail.
Eine aktuelle Auswertung von Surfer liefert dazu erstmals eine belastbare Größenordnung. Untersucht wurden 922 Anfragen aus 12 Branchen, ausgespielt über ChatGPT, AI Overviews, den AI Mode und Perplexity, insgesamt 26.573 Abrufe innerhalb von sieben Tagen und 289.105 analysierte URLs. Der Anteil der zitierten Quellen, in denen eine Marke erwähnt wird, korreliert mit 0,41 mit ihrem Rang in der Empfehlung. Bei Blogbeiträgen als Quellenformat steigt der Wert auf 0,58.
„In einem hohen Anteil der zitierten Quellen erwähnt zu werden, scheint für Empfehlungen durch ChatGPT wichtig zu sein, ist aber schwerer zu erreichen, weil ChatGPT so viele Quellen zitiert.“
(„Getting mentioned in a high percentage of cited sources seems to be important for ChatGPT recommendations, but that’s harder to achieve given its extensive source citations.“, Joshua Hardwick, Surfer)
Zur Einordnung: ChatGPT zieht laut derselben Auswertung 84,7 Prozent mehr Quellen heran als der AI Mode. Je breiter ein System streut, desto mehr Fundstellen benötigt Ihre Marke, um in der Mehrheit der Belege aufzutauchen. Eine einzelne starke Platzierung reicht dafür nicht.
4.2 Was eine Platzierung für KI-Systeme brauchbar macht
Drei Eigenschaften entscheiden darüber, ob eine Erwähnung im Modell ankommt. Erstens muss der Name eindeutig sein: Eine Entität ist ein für Maschinen klar benennbares Ding, und „Müller“ allein ist keines, „Müller Präzisionstechnik aus Aalen“ schon. Zweitens braucht die Aussage einen abgeschlossenen Satz, den ein System herauslösen kann, ohne den Rest des Artikels mitzuliefern. Drittens muss sich die Nennung wiederholen, verteilt über mehrere unabhängige Quellen.
Der zweite Punkt wird regelmäßig unterschätzt. Ein Modell zitiert Passagen, keine Absichten.
Der dritte Punkt erklärt, warum Einzelaktionen verpuffen. Damit Ihre Marke in verschiedenen Antworten stabil auftaucht, muss sie in verschiedenen Quellen stehen, und die Angaben dürfen sich nicht widersprechen. Eine sauber gepflegte Entität hilft dabei erheblich: Wer als Entität erkannt werden will, gibt KI-Systemen einen Anker, an dem sie alle Erwähnungen zusammenführen können.
Kurz zusammengefasst: Digital PR wirkt in KI-Systemen, weil sie wiederholte, eindeutig zuordenbare Nennungen in unabhängigen Quellen erzeugt. Der Effekt entsteht nicht durch eine einzelne prominente Platzierung, sondern durch die Häufigkeit, mit der Ihre Marke in den Texten auftaucht, die ein Modell für eine Anfrage tatsächlich abruft.
Erwähnungen statt Linklisten
Wir platzieren Ihre Geschichte in internationalen Medien und verankern die Marke so, dass KI-Systeme sie eindeutig zuordnen können.
5. Direkter Vergleich: Wann welche Stellschraube zählt
Der Vergleich kann an vier Kriterien entschieden werden, die in echten Angeboten auch tatsächlich vorkommen.
- Kriterium Zielsystem: Wenn Ihr Umsatz an Rankings in der klassischen Suche hängt, bleibt Linkbuilding relevant. Wenn Ihre Kunden Fragen in ein Chatfenster tippen, entscheidet die Nennungsrate in den Antworten.
- Kriterium Haltbarkeit: Ein gekaufter Link verschwindet, wenn die Zahlung endet oder die Seite abgeräumt wird. Eine redaktionelle Erwähnung bleibt im Archiv, auch wenn niemand mehr dafür zahlt.
- Kriterium Risiko: Nicht gekennzeichnete Bezahl-Links verstoßen gegen Googles Regeln. Eine Erwähnung, die eine Redaktion freiwillig setzt, kennt dieses Risiko nicht.
- Kriterium Breite: Zehn Links von zehn beliebigen Domains bringen selten zehn thematisch passende Nennungen. Zehn Fachbeiträge zum selben Thema schon.
In der Praxis schließen sich beide Wege nicht aus. Eine Geschichte, die von Fachmedien aufgegriffen wird, liefert beides: die Erwähnung im Text und, sofern die Redaktion verlinkt, den Backlink obendrauf. Umgekehrt kann aus einer Linkliste keine Geschichte rückwärts gebaut werden.
Traditional SEO und GEO (Generative Engine Optimization, die Optimierung auf Antworten von KI-Systemen) gehören deshalb in dieselbe Offsite Strategy. Der Unterschied liegt nicht im Kanal, sondern in der Kennzahl, an der Sie den Erfolg ablesen: Backlinks und Traffic auf der einen Seite, Nennungsrate und Citations auf der anderen.
Kurz zusammengefasst: Linkbuilding lohnt sich weiter für Rankings in klassischen Search Engines, Digital PR liefert zusätzlich das Signal, das Sprachmodelle verarbeiten. Wer nur eines von beiden finanzieren kann, wählt den Weg, der Erwähnung und Verlinkung in einem Schritt erzeugt, statt einen Verweis ohne Kontext einzukaufen.
6. Was die meisten Ratgeber übersehen: Die Domainliste ist nicht der Stellhebel
Ein Rat hat sich in der Branche festgesetzt: Platzieren Sie nur dort, wo die Modelle ohnehin zitieren. Erst die Domains kartieren, die in KI-Antworten zu Ihren Themen auftauchen, dann gezielt dort auftreten. Der Gedanke klingt sauber. Er hält der Datenlage nur nicht stand.
Unsere Position: Die Auswahl der Domain nach Crawler- oder Zitations-Kriterien ist der schwächere Stellhebel. Entscheidend ist, wie oft und wie eindeutig Ihre Marke in den abgerufenen Texten steht.
Dafür sprechen drei Belege. Der erste stammt aus einer Auswertung von 4 Millionen Zitaten aus 3.600 Anfragen über zehn Branchen, erhoben über ChatGPT, Gemini, die AI Overviews und den AI Mode. Rund 75 Prozent der Sites, die KI-Bots von OpenAI oder Google aussperren, erscheinen dort trotzdem in den Citations. Bei den Seiten, die den Trainings-Crawler GPTBot blockieren, sind es 88,2 Prozent, bei Google-Extended 92,3 Prozent. Etwa 95 Prozent der zitierten Seiten sperrten mindestens einen dieser beiden Crawler aus.
Der zweite Beleg ist unsere eigene Stichprobe. Wir haben im Juli die robots.txt von 18 deutschen B2B-Fachmedien geprüft, also genau der Sorte Publikation, in der eine Fachplatzierung landet. Alle 18 Dateien waren abrufbar. 10 davon sperren mindestens einen KI-Crawler vollständig aus, 7 blockieren GPTBot, 10 den Sammler CCBot. Den Antwort-Crawler PerplexityBot blockiert genau eines dieser Medien. Acht Häuser sperren keinen einzigen Crawler aus. Gemessen wurde ausschließlich die ausgelieferte robots.txt, nicht das tatsächliche Verhalten der Bots.
Zum Vergleich: Bei den großen deutschen Nachrichtenmarken hatten wir wenige Tage zuvor eine Blockquote von 15 von 15 gemessen. Fachmedien sperren also deutlich seltener aus als Publikumsmedien. Ein Auswahlkriterium, das bei 8 von 18 Häusern gar nicht greift und bei den übrigen kaum den Antwort-Crawler betrifft, trennt die Spreu nicht vom Weizen.
Warum überhaupt geblockt wird, sagt ein Betroffener deutlich:
„Verlage blockieren KI-Bots über die robots.txt, weil es praktisch keinen Wertaustausch gibt.“
(„Publishers are blocking AI bots using the robots.txt because there’s almost no value exchange.“, Harry Clarkson-Bennett, SEO-Director beim Telegraph, zitiert in der BuzzStream-Auswertung)
Der dritte Beleg ist die Korrelation von 0,41 zwischen Nennungsanteil und Empfehlungsrang. Sie misst nicht die Domain, sondern die Präsenz Ihres Namens in dem, was das System liest.
Eine Crawler-Sperre ist wie eine abgeschlossene Ladentür, während der Katalog längst gedruckt und in tausend Haushalten verteilt ist. Der Inhalt wandert über Syndikation, Zitate und Aggregatoren weiter, ob die Tür offen steht oder nicht. Wer Zugang und Bezahlung für KI-Crawler technisch steuern will, findet die Mechanik im Beitrag zum Zugang für KI Crawler.
Kurz zusammengefasst: Seiten, die KI-Crawler aussperren, werden weiterhin zitiert, in einer Auswertung von 4 Millionen Zitaten zu rund 75 Prozent. Die Domainauswahl nach Crawler-Politik führt deshalb in die Irre. Was zählt, ist die wiederholte und eindeutig zuordenbare Erwähnung der Marke in den Quellen, die ein Modell abruft.
7. Empfehlung für KMU, Startups und Personal Brands
Kleine Budgets vertragen keine Doppelstrategie. Deshalb hier die Reihenfolge, die sich in unserer Projektpraxis bewährt hat.
- Erst messen, dann einkaufen. Am besten prüft man, ob die Marke in KI-Antworten zu den Kernfragen überhaupt vorkommt und welche Quellen dort auftauchen. Ein GEO-Audit liefert diesen Ausgangswert.
- Einen eigenen Datenpunkt bauen. Eine kleine, sauber erhobene Zahl aus Ihrem Markt ist der günstigste Grund, den eine Redaktion benötigt, um über Sie zu schreiben.
- Fachmedien vor Reichweite. Ein Beitrag im relevanten Branchentitel bringt thematisch passende Erwähnungen. Eine allgemeine Nachrichtenseite bringt Reichweite, aber selten Kontext.
- Angaben konsistent halten. Firmierung, Standort und Positionierung müssen in jeder Meldung gleich lauten, sonst zerfällt die Entität in mehrere Schatten.
- Nennungen zählen, nicht nur Links. Nehmen Sie die Erwähnungsrate ins Reporting auf, sonst optimieren Sie weiter auf die Kennzahl von gestern.
Gerade für KMU ist Punkt zwei der entscheidende. Sie konkurrieren nicht über Budget, sondern über Substanz. Wie sich diese Substanz in Content übersetzt, zeigt der Vergleich von Content Marketing und GEO.
Zwei Angebote liegen auf dem Tisch. Das eine verspricht 20 Backlinks im Quartal, das andere drei Fachbeiträge mit Ihren Zahlen. Fragen Sie beim ersten Anbieter, wie viele dieser Links rel=”sponsored” tragen werden. Die Antwort sortiert den Markt zuverlässiger als jede Referenzliste.
Kurz zusammengefasst: Für kleine und mittlere Unternehmen ist die wirksamste Reihenfolge: Ausgangswert messen, einen eigenen Datenpunkt erheben, damit in Fachmedien gehen, alle Angaben konsistent halten und Erwähnungen statt nur Links berichten. Diese Reihenfolge kostet weniger als ein Linkpaket und wirkt in beiden Systemen.
8. Fazit
Linkbuilding ist nicht tot, es ist nur schmaler geworden. Es adressiert ein System, das Verweise zählt, und in diesem System funktioniert es weiter. Sprachmodelle zählen keine Verweise. Sie lesen Text und merken sich Namen.
Deshalb verschiebt sich die Frage. Sie lautet nicht mehr, wie viele Domains auf Sie zeigen, sondern in wie vielen Texten Ihr Name so steht, dass eine Maschine ihn eindeutig zuordnen kann. Ein bezahlter Link ist dafür der teuerste Umweg: Sauber gekennzeichnet gibt er kein Signal weiter, ungekennzeichnet verstößt er gegen die Regeln, und die Erwähnung, auf die es ankommt, fällt dabei nur als Nebenprodukt ab.
Das Bild, an dem Sie den Fortschritt erkennen, ist unspektakulär. Ein Interessent nennt im Erstgespräch einen Satz über Ihr Unternehmen, den Sie nie geschrieben haben, und Sie erkennen darin trotzdem Ihre eigene Position. Er hat sie nicht auf Ihrer Website gelesen. Sie stand in einer Antwort.
9. Anhang: Prüfliste für das nächste Angebot
Diese sieben Fragen entlarven ein reines Linkverkaufs-Angebot in wenigen Minuten.
- Wie viele der gelieferten Links tragen rel=”nofollow” oder rel=”sponsored”?
- Enthält jede Platzierung eine Nennung des vollständigen Markennamens im Fließtext?
- Sind die Zielmedien thematisch passend oder nur nach Domain-Metriken ausgewählt?
- Berichtet der Anbieter Nennungsraten in KI-Antworten neben den klassischen Kennzahlen?
- Gibt es einen eigenen Datenpunkt oder eine eigene Studie als Aufhänger?
- Bleiben Firmierung und Positionierung über alle Meldungen hinweg identisch?
- Lässt sich aus jeder Platzierung ein abgeschlossener Satz zitieren, der ohne Kontext funktioniert?
Viele Angebote kommen von international arbeitenden Häusern, deren Unterlagen auf Englisch verfasst sind. Für diesen Fall fünf Fragen im Originalwortlaut, jeweils mit deutscher Übersetzung dahinter.
- „Which domains do you target for AI citation, and how do you know they appear in LLM answers?“ (Welche Domains nehmen Sie für KI-Zitate ins Visier, und woher wissen Sie, dass diese in KI-Antworten auftauchen?)
- „Do you optimise for AI visibility with digital PR, or only for rankings?“ (Optimieren Sie mit digitaler PR auf KI-Sichtbarkeit oder ausschließlich auf Rankings?)
- „What do search engines and AI retrieval systems already say about your brand?“ (Was sagen Suchmaschinen und KI-Abrufsysteme heute über Ihre Marke?)
- „Does every placement contribute to AI citation, or only to a backlink count?“ (Zahlt jede Platzierung auf KI-Zitate ein oder nur auf eine Linkzahl?)
- „Are our brand details consistent across every placement?“ (Sind unsere Markenangaben in jeder Platzierung identisch?)
- „Does the placement still work if the surrounding content is off-topic?“ (Wirkt die Platzierung noch, wenn der umgebende Text thematisch nicht passt?)
Eine SEO Agency, die diese fünf Fragen beantworten kann, arbeitet an Ihrer Sichtbarkeit. Wer stattdessen eine Preisliste pro Domain schickt, verkauft Verweise.
Wen empfiehlt ChatGPT, wenn Ihre Kunden fragen?
Vielleicht Sie, vielleicht Ihren Wettbewerber. Im kostenlosen Erstgespräch sehen wir gemeinsam nach, was ChatGPT, Gemini und Perplexity heute über Ihr Unternehmen sagen, woher diese Antworten stammen und wo sich Arbeit für Sie wirklich lohnt. Und wenn eine einmalige Prüfung genügt, sagen wir Ihnen das offen.
Häufige Fragen zu Linkbuilding und Digital PR

Über den Autor
Simon Hubert
Gründer und Geschäftsführer der GEO Agentur Hubert Strategies
Simon Hubert ist Gründer der GEO Agentur Hubert Strategies in Göttingen und arbeitet an generativer Suchmaschinenoptimierung, Entity SEO, Knowledge-Graph-Strukturen und KI-Sichtbarkeit in ChatGPT und Co. Seine erste Digitalagentur gründete er 2011. Er hält einen Master in Business Informatics der Universität Mannheim und ist seit über 20 Jahren in Digitalisierung und IT unterwegs, mehrere Jahre davon in Großkonzernen.
Dieser Beitrag gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. KI-Systeme und Suchrichtlinien entwickeln sich schnell; genannte Zahlen sind den verlinkten Quellen entnommen und können sich ändern. Die eigene Stichprobe ist eine Momentaufnahme, keine repräsentative Erhebung.
