Was bringt eine Pressemitteilung für die KI Sichtbarkeit? Fallstudie: 7 von 21 Presseportalen liefern die Meldung maschinenlesbar aus
Pressemitteilung und KI Sichtbarkeit: was eine Fallstudie wirklich zeigt
Eine Verteilung erzeugt Kopien auf vielen Portalen, doch zitiert wird davon wenig. In einer Auswertung von 250 international verteilten Mitteilungen wurde knapp jede fünfte binnen 90 Tagen von mindestens einem KI-System zitiert, fast immer über die Berichterstattung statt über die Adresse des Verteilers. Für die KI-gestützte Suche entscheidet damit, was nach dem Versand passiert.
1. Einführung: Reichweite ist nicht Sichtbarkeit
Pressemitteilung und KI Sichtbarkeit hängen loser zusammen, als die Pakete der Verteiler nahelegen. Diese Fallstudie trennt beides. Gemessen wird, was von einer Meldung bei einem KI-System ankommt. Und was unterwegs liegen bleibt.
Die wichtigste Zahl stammt aus einer Untersuchung von 250 Mitteilungen. Sie liefen im ersten Quartal über die beiden größten internationalen Verteiler. Die Studie zeigt: 47 davon wurden binnen 90 Tagen von mindestens einem KI-System zitiert, 203 nie (Everything-PR, Press Release Retrieval Study, August 2026). Das ist knapp jede fünfte Meldung.
Eine Meldung über einen Verteiler zu schicken ist wie ein Plakat an hundert Stellen: Gezählt wird nicht, wo es klebt, sondern wer es abfotografiert. Dieser Beitrag zeigt die Stationen einer Verteilung. Er zeigt auch, wo eine Meldung für generative KI-Systeme unlesbar wird. Grundlage sind zwei externe Auswertungen und eine eigene Stichprobe über 30 Presseportale. Wie internationale Pressemitteilungen dabei aufgesetzt werden, ist eine eigene Frage.
Auf einen Blick
KI Sichtbarkeit durch eine Pressemitteilung ist der Anteil der KI-Antworten, in denen die Meldung selbst oder die daraus entstandene Berichterstattung als Quelle auftaucht. Sie entsteht in zwei Stufen: Die Meldung liefert den belegten Sachverhalt, die redaktionelle Aufnahme liefert die Quelle, auf die sich ein KI-System beruft. Gemessen wird sie an den Nennungen in einem festen Satz von Fragen.
Was das für Sie heißt
Betrifft Sie das? Wenn Sie Geld für Verteilung ausgeben, ja. Was kostet Nichtstun? Der Herausgeber der Untersuchung veranschlagt für eine verteilte Mitteilung geschätzte 3.000 bis 5.000 US-Dollar und rechnet daraus rund 16.000 bis 26.000 US-Dollar je erzieltem Zitat. Diese Spanne ist eine Schätzung, kein Listenpreis. Ihr erster Schritt: Sehen Sie nach, ob Ihre letzte Meldung irgendwo mit Datum und Absender auffindbar steht.
Eine Abgrenzung vorweg. Wie Sie den Text der Meldung vorbereiten, damit ein System ihn verwerten kann, steht in einem eigenen Beitrag. Hier geht es eine Ebene höher, um die Wirkung einer ganzen Verteilung. Für KI-Sichtbarkeit für den Mittelstand ist das vor allem eine Budgetfrage.
2. Was bringt eine Pressemitteilung für die KI Sichtbarkeit?
Pressemitteilungen kommen in KI-Antworten vor, aber selten als zitierte Quelle. Eine aktuelle Untersuchung stellte 100 Kategoriefragen nach der besten Lösung einer Branche an ChatGPT, Gemini und Perplexity. In keiner der 300 Antworten wurde eine Pressemitteilungs-Adresse als Quelle genannt (Loganix, April 2026). Zitiert wurden Fachlisten, Bewertungsplattformen und Vergleichsseiten. Der Herausgeber verkauft selbst PR-Leistungen; das Ergebnis spricht gegen sein Geschäft.
Häufig heißt es, die Reichweite des Verteilers entscheide über die Sichtbarkeit in KI-Antworten. Das trifft nicht zu. Die Systeme zitieren überwiegend das, was aus der Meldung entsteht. Mitteilungen mit redaktioneller Aufnahme durch eine große Publikation wurden in 38 Prozent der Fälle zitiert, Mitteilungen ohne sie in 6 Prozent. Die Zahl der belieferten Portale taucht in dieser Rechnung nicht auf.
Wo überhaupt zitiert wurde, zeigt sich dasselbe Muster. Von den 47 zitierten Mitteilungen entfielen 40 auf Perplexity, 28 auf ChatGPT, 22 auf Gemini, 17 auf Claude und 14 auf Google AI Overviews. Bei Gemini, Claude und Google AI Overviews stammte kein einziges Zitat von der Adresse eines Verteilers. Microsoft Copilot war in dieser Erhebung nicht enthalten.
Earned Media, also Berichterstattung, die niemand gekauft hat, trägt die Antwort. Für die Sichtbarkeit in der KI-Suche zählt deshalb, welche Quellen die KI bevorzugt. Die Meldung ist die Zündung, nicht der Treffer. Wie die Stufen von der ersten Erwähnung bis zur Empfehlung ineinandergreifen, ordnet der Leitfaden warum eine Empfehlung an Dritten hängt ein.
3. Wie wir den Weg einer Meldung nachgemessen haben
Eine Verteilung hat vier Stationen: Absender, Verteiler, Portalkopie, Redaktion. Die dritte Station haben wir geprüft, weil dort die meisten Kopien liegen. Gezogen wurden 30 Presseportale und Newswire-Hosts aus drei festen Gruppen: frei bespielbare, deutschlandweit erreichbare Portale, redaktionell betreute Verteiler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die großen internationalen Dienste.
Gemessen wurde das ausgelieferte HTML ohne JavaScript. Das ist genau das, was ein Crawler sieht. Crawler sind die Abrufprogramme, mit denen Anbieter wie OpenAI, Anthropic oder Perplexity Seiten einsammeln. Je Portal haben wir zuerst die robots.txt gelesen. Diese Datei wirkt wie ein Türschild: Sie sagt jedem Programm, welche Bereiche offen stehen. Danach haben wir eine echte Einzelmeldung geöffnet und drei Dinge gesucht: ein Artikel-Objekt in den strukturierten Daten, ein maschinenlesbares Veröffentlichungsdatum und den Meldungstext.
Die vier geprüften Kennungen sind nicht beliebig gewählt. Anthropic führt für seine Abrufe eigene Namen und beschreibt, wie sich jeder davon in der robots.txt sperren lässt. Google wiederum führt Google-Extended als reines Steuer-Token und hält in der eigenen Dokumentation fest: „Google-Extended beeinflusst weder die Aufnahme einer Website in die Google-Suche, noch wird es dort als Ranking-Signal verwendet.“
(„Google-Extended does not impact a site’s inclusion in Google Search nor is it used as a ranking signal in Google Search.“) Wer es sperrt, verliert also keine Rankings in der klassischen Suche.
4. Wo die Meldung unterwegs verloren geht
Der Report eines Verteilers zählt Portale, nicht Zitate. Neun der 30 gezogenen Hosts wiesen schon den einfachen Abruf ab, mit einer Fehlermeldung oder ohne Antwort. Übrig blieben 21 vollständig prüfbare Portale. Davon liefern 7 die Kopie einer Meldung so aus, dass Absender, Datum und Text ohne JavaScript zusammen lesbar sind. Die übrigen 14 verlieren mindestens eines dieser drei Teile. Für Marken im Mittelstand heißt das: Zwei Drittel der bezahlten Kopien sind technisch unvollständig.
Am häufigsten fehlt das Datum. 12 der 21 Portale tragen an der Meldung kein maschinenlesbares Veröffentlichungsdatum, obwohl das Datum sichtbar auf der Seite steht. Eine Meldung ohne dieses Feld ist wie ein Brief ohne Poststempel: Der Inhalt stimmt, aber niemand kann sagen, ob er von gestern oder von vorletztem Jahr ist. Für ein System, das zwischen zwei widersprüchlichen Angaben wählen muss, ist das der entscheidende Unterschied.
Die Sperren sind dagegen das kleinere Problem. 18 der 21 Portale lassen alle vier geprüften Abrufprogramme zu, drei sperren mindestens eines davon. Nur 5 der 21 erwähnen diese Programme in ihrer robots.txt überhaupt. Ein Portal in der Stichprobe nennt fünfzehn klassische Suchmaschinen namentlich und sperrt pauschal alles andere aus; die Abrufprogramme der KI-Anbieter fallen damit unter die Sperre, ohne je erwähnt worden zu sein.
Die Stichprobe ist eine Momentaufnahme, keine repräsentative Erhebung. Ausgewertet wurde zugunsten der Portale: Fand sich über die Startseite keine Meldung, verfolgte der zweite Durchlauf zusätzlich die sitemap.xml. Drei Portale kamen erst dadurch in die Wertung.
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Prüfkriterium |
Was es in generativen KI-Systemen bedeutet |
Ergebnis |
|---|---|---|
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robots.txt erreichbar |
Grundlage jeder Abrufentscheidung |
21 von 21 |
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Alle vier Abrufprogramme erlaubt |
GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot und Google-Extended dürfen lesen |
18 von 21 |
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Abrufprogramme überhaupt erwähnt |
Das Portal hat die Frage bewusst geregelt |
5 von 21 |
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Einzelmeldung ohne JavaScript lesbar |
Der Text steht im ausgelieferten HTML, nicht hinter Technologie-Schichten |
19 von 21 |
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Artikel-Objekt in den Daten |
Sprachmodelle erkennen die Meldung als Meldung, nicht als beliebige Seite |
10 von 21 |
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Maschinenlesbares Datum |
Aktualität und damit Relevanz sind prüfbar |
9 von 21 |
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Alle Bedingungen zusammen |
Taugt als Beleg in den Datenquellen |
7 von 21 |
Taucht Ihre letzte Meldung in KI-Antworten auf?
Der Kurzcheck kostet 990 Euro und läuft in fünf Werktagen. Er liefert eine dokumentierte Ausgangsmessung plus drei Sofortmaßnahmen.
5. Warum zitieren KI-Systeme die Meldung selbst so selten?
Die Antwort liegt in der Quelle, auf die sich ein System beruft. Von den 40 Zitaten bei Perplexity stammten 33 aus redaktionellen Beiträgen, bei ChatGPT 26 von 28. Perplexity ist das einzige der fünf geprüften Systeme, das die Adresse eines Verteilers überhaupt nennenswert direkt liest.
Die Herausgeber der Untersuchung fassen es so zusammen: „Die Systeme lesen nicht den Verteiler. Sie lesen den Journalisten, der den Verteiler gelesen hat.“
(„The engines are not reading the wire. They are reading the journalist who read the wire.“)
Eine Verteilung kauft keine Zitate, sie kauft Gelegenheiten. Der Wert einer Meldung entsteht erst dort, wo eine Redaktion sie aufgreift und wo die Kopie technisch so liegt, dass ein KI-System Absender und Datum zusammen auslesen kann.
Die zweite Ursache liegt in der Portalkopie selbst, und sie ist messbar. In unserer Stichprobe nehmen fast alle Portale die ersten Hürden: 19 von 21 liefern eine Meldung ohne JavaScript, 18 erlauben alle vier Abrufprogramme. Danach bricht die Kette. Nur 10 tragen ein Artikel-Objekt, nur 9 ein Datum, nur 7 beides zusammen mit dem Text.
Auch das Zeitfenster ist enger, als viele annehmen. Die Herausgeber der Untersuchung beziffern es auf rund 60 Tage: Was bis dahin nicht zitiert ist, wird es danach kaum noch. Wer eine Meldung versendet und zwei Monate wartet, hat die Phase verpasst, in der Nacharbeit etwas bewegt. Wer danach ein KI-System befragt, sieht von der Meldung nichts mehr.
6. Was macht eine Meldung trotzdem zitierfähig?
Drei Merkmale der Meldung selbst hingen messbar mit der Zitierquote zusammen. Eine überprüfbare Zahl in den ersten 100 Wörtern hob sie von 9 auf 28 Prozent. Fünf oder mehr benannte Größen im Text wirkten ähnlich stark. Eine mit strukturierten Daten ausgezeichnete Unternehmensbeschreibung brachte den kleinsten der drei Effekte. Keines dieser Merkmale kostet Budget. Alle drei lassen sich in einer halben Stunde optimieren.
Der zweite Hebel liegt nach dem Versand und verlangt datengetriebene Nacharbeit. Die Meldung gehört zusätzlich in den eigenen Pressebereich, mit Datum und Ansprechpartner. Eine Meldung, die nur auf fremden Portalen liegt, hängt an deren Technik. Eine Meldung im eigenen Pressebereich hängt an Ihrer. Hochwertige Belege entstehen so an mehreren Stellen gleichzeitig.
Der dritte Hebel ist der Anlass. Eine Meldung ohne Neuigkeitswert wird auch mit sauberer Technik nicht aufgegriffen. In unseren Tests zeigt sich das gleiche Muster in den Portalkopien: Dort, wo Datum und Absender maschinenlesbar stehen, taucht eine Meldung später auch häufiger als Beleg auf. In vielen deutschen Unternehmen laufen Marketing, SEO und Pressearbeit getrennt, und SEO-Tools messen Rankings, nicht Nennungen. Weitere Formate rund um digitale PR ordnet die Themenseite ein.
7. Fazit
Eine Pressemitteilung wirkt auf die Sichtbarkeit in KI-Antworten indirekt. Sie erzeugt den Anlass, die Redaktion erzeugt die Quelle, und erst die Quelle wird zitiert. Die Portalkopien tragen dazu nur bei, wenn sie Absender, Datum und Text zusammen auslesbar halten, und das trifft in unserer Stichprobe auf eine Minderheit zu.
Daraus folgt eine nüchterne Rechnung. Das Geld für die Verteilung ist der kleinere Teil, die Nacharbeit der größere: belegter Anlass, Zahl früh im Text, gepflegter Pressebereich, gezielte Ansprache einzelner Redaktionen. Generative künstliche Intelligenz verschiebt damit nicht das Werkzeug, sondern den Prüfstein: Nicht die Reichweite entscheidet, sondern die Belegbarkeit. Das Ziel ist nicht die Zahl der Portale, sondern eine zitierfähige Spur, die in KI-Ergebnissen noch auffindbar ist. Darin liegen neue Chancen für jeden, der sauber belegt arbeitet.
8. Anhang: Checkliste vor dem nächsten Versand
Wen empfiehlt ChatGPT, wenn Ihre Kunden fragen?
Vielleicht Sie, vielleicht Ihren Wettbewerber. Im kostenlosen Erstgespräch sehen wir gemeinsam nach, was ChatGPT, Gemini und Perplexity heute über Ihr Unternehmen sagen, woher diese Antworten stammen und wo sich Arbeit für Sie wirklich lohnt. Und wenn eine einmalige Prüfung genügt, sagen wir Ihnen das offen.
9. Häufig gestellte Fragen zu Pressemitteilung und KI Sichtbarkeit

Über den Autor
Simon Hubert
Gründer und Geschäftsführer der GEO Agentur Hubert Strategies
Simon Hubert ist Gründer der GEO Agentur Hubert Strategies in Göttingen und arbeitet an generativer Suchmaschinenoptimierung, Entity SEO, Knowledge-Graph-Strukturen und KI-Sichtbarkeit in ChatGPT und Co. Seine erste Digitalagentur gründete er 2011. Er hält einen Master in Business Informatics der Universität Mannheim und ist seit über 20 Jahren in Digitalisierung und IT unterwegs, mehrere Jahre davon in Großkonzernen.
Dieser Beitrag gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. KI-Systeme entwickeln sich dynamisch; genannte Zahlen sind den verlinkten Quellen entnommen und können sich ändern. Die Untersuchung von Everything-PR stammt von einem Fachmedium der PR-Branche, die Auswertung von Loganix von einem Anbieter mit eigenem Geschäftsinteresse; beide sind im Text als solche gekennzeichnet. Der Beitrag zur Optimierung des Meldungstextes stützt sich auf dieselbe Untersuchung und nennt andere Werte daraus. Die eigene Stichprobe ist eine Momentaufnahme, keine repräsentative Erhebung.
