Warum empfiehlt ChatGPT Ihren Wettbewerber? Wie Brand Mentions, Bewertungen und Presse die KI überzeugen
Lektion 7 von 9 im GEO-Leitfaden für den Mittelstand: Bestätigt
Kaum ein Satz ärgert einen Geschäftsführer mehr als dieser: „Den hat mir ChatGPT empfohlen.“ Vor allem, wenn es um einen Wettbewerber geht, der nachweislich nicht besser ist. Eine Laune der KI steckt tatsächlich nicht dahinter. Meist ist es ein messbarer und auch reproduzierbarer Unterschied. Über den Wettbewerber schreiben beispielsweise andere, über Sie vielleicht vor allem Sie selbst. Diese GEO-Lektion zeigt, warum das so viel ausmacht und wie diese Bestätigung von außen Schritt für Schritt aufgebaut werden kann. Starten können Sie mit Schritten, die fast nichts kosten.
Warum zählt für ChatGPT mehr, was andere über Sie schreiben?
Für ChatGPT und alle anderen KI-Assistenten zählt mehr, was andere über Sie schreiben. Eine unabhängige Bestätigung ist für ein KI-System ein stärkerer Beleg als eine Selbstauskunft. Das Prinzip ist aus dem Alltag bekannt. Einem selbst geschriebenen Arbeitszeugnis glaubt niemand, einer Referenz vom früheren Arbeitgeber schon.
Die Zahlen dazu sind eindeutig. Für die Auswertung von Muck Rack wurden mehr als 25 Millionen Links untersucht, die ChatGPT, Claude und Gemini zitiert haben. 84 Prozent stammen aus fremden, nicht bezahlten Inhalten, 27 Prozent allein aus dem Journalismus. Bezahlte und werbliche Inhalte kommen auf 0,3 Prozent. Die KI hört also vor allem zu, was andere über ein Thema und über Unternehmen sagen.
Wie groß der Abstand werden kann, zeigt eine Auswertung von AirOps vom Oktober 2025. Untersucht wurden 21.311 Markennennungen in Antworten von GPT-5, Claude und Perplexity. Marken wurden 6,5-mal häufiger über fremde Seiten genannt als über die eigene Website: 85 Prozent der Nennungen stammten von fremden Seiten, nur 13 Prozent von eigenen. Die Studie betrachtet Software- und Dienstleistungsmärkte. Für Industrie und Handwerk dürfte die Richtung dieselbe sein, die genauen Werte können abweichen.
Im Alltag führt das zu einer Lücke, die mit der Qualität der Arbeit wenig zu tun hat. Vier Metallbauer einer Region können vergleichbar gut sein. Der eine wird in vielen Antworten genannt, ein anderer nur selten, weil über ihn kaum jemand außer ihm selbst schreibt. Die Grafik zeigt diese Autoritätslücke mit Werten aus einer eigenen Messung bei Lohnfertigern.
Auf einen Blick
So haben wir die Autoritätslücke gemessen
Für die Grafik haben wir im Oktober 2026 an acht Tagen dieselben fünf Einkäuferfragen gestellt, so wie ein Maschinenbauer sie formulieren würde, der in Süddeutschland einen Lohnfertiger für Blech- und Edelstahlteile sucht. Gefragt wurden sechs KI-Systeme: ChatGPT, die ChatGPT-Suche, Gemini, der Google KI-Modus, die Google KI-Übersicht und Copilot, wobei Copilot nur am ersten Tag geantwortet hat. Ausgewertet haben wir 199 Antworten, die Namen der Firmen sind anonymisiert.
Drei Befunde sind für Ihr eigenes Unternehmen wichtig. Erstens ist die Spitze stabil: Der meistgenannte Fertiger stand in 38 Prozent der Antworten und war an allen acht Tagen dabei, die nächsten drei kamen auf 14 bis 16 Prozent. Zweitens ist alles dahinter beweglich, denn von 210 genannten Firmen tauchten 97 nur ein einziges Mal auf. Drittens greifen die Systeme in dieser Nische vor allem auf die Websites der Fertiger selbst zurück, mit 819 Quellenangaben gegenüber 60 auf Verzeichnisse und Bewertungsportale. Ihre eigene Website bleibt also die Grundlage, und weil fremde Belege in solchen Nischen selten sind, fällt umso mehr auf, wer sie hat.
Eine Zahl aus der Messung braucht eine Lesehilfe, nämlich die Überschneidung von Tag zu Tag. Stellt man dieselbe Frage demselben System an zwei verschiedenen Tagen, stimmen die genannten Firmen im Schnitt nur zu 21 Prozent überein. 100 Prozent hieße, das System nennt jedes Mal exakt dieselben Firmen, 0 Prozent hieße, keine einzige wiederholt sich. 21 Prozent bedeutet also: Von fünf genannten Firmen ist am nächsten Tag im Schnitt nur eine wieder dabei. Eine einzelne Abfrage sagt deshalb wenig, aussagekräftig wird erst die Messung über viele Tage, wie sie Lektion 3 beschreibt.
Zählt eine Erwähnung für ChatGPT und Gemini auch ohne Link?
Eine Erwähnung zählt für ChatGPT und Gemini auch ohne Link. Die Systeme lesen Texte, nicht nur Verweise. Wenn ein Fachartikel Ihr Unternehmen als Spezialisten für ein Verfahren nennt, verbindet die KI Ihren Namen mit diesem Verfahren, ob der Name verlinkt ist oder nicht. Diese Logik ist komplett neu, weil das für das Ranking in der traditionellen Google Suche nie ein Thema war.
Eine Auswertung von Ahrefs über 75.000 Marken stützt das. Untersucht wurde, welche Merkmale am stärksten damit zusammenhängen, wie oft eine Marke in ChatGPT, im KI-Modus und in den KI-Übersichten von Google genannt wird. Am stärksten war der Zusammenhang mit Erwähnungen auf YouTube, dann mit Erwähnungen der Marke im Netz.
Die Zahl der Backlinks (Verweise/Links von anderen Websites auf Ihre eigene Website), jahrelang die wichtigste Währung der Suchmaschinenoptimierung (und auch heute noch maximal relevant für die Suchmaschinenoptimierung), zeigte nur einen schwachen Zusammenhang. Ein Zusammenhang ist noch kein Beweis für Ursache und Wirkung. Die Richtung ist trotzdem klar: Es zählt, wie oft und wo über Sie gesprochen wird.
Wo entstehen Brand Mentions für ein mittelständisches Unternehmen?
Brand Mentions, also Erwähnungen Ihres Firmennamens auf fremden Seiten, entstehen für ein mittelständisches Unternehmen vor allem an sieben Orten. Die meisten davon kennen Sie aus dem Geschäftsalltag. Neu ist nur, dass sie jetzt auch für die KI zählen.
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Ort |
Beispiele |
So kommen Sie hinein |
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Listen und Vergleiche |
Anbieterlisten, Marktübersichten, Vergleichsportale, „die wichtigsten Lohnfertiger im Norden“ |
Redaktionen und Portale ansprechen, vollständige Angaben liefern |
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Fachmedien |
Anwenderberichte, Expertenzitate, Branchenreports |
Einen Anwenderbericht mit einem Kunden anbieten, sich als Ansprechpartner für Fachfragen melden |
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Verbände und Kammern |
Mitgliederverzeichnisse, Arbeitskreise, Newsletter |
Eintrag vollständig pflegen, im Arbeitskreis mitarbeiten, einen Beitrag für den Newsletter liefern |
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Kunden und Partner |
Referenzseiten, Partnerverzeichnisse von Herstellern, gemeinsame Beiträge |
Nach jedem Projekt fragen, siehe die Leiter der Bestätigung unten |
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Messen und Veranstaltungen |
Ausstellerverzeichnisse, Vortragsprogramme, Nachberichte |
Ausstellereintrag mit Stammtext füllen, einen Vortrag einreichen |
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Podcasts und Interviews |
Branchenpodcasts, Folgenbeschreibungen, Abschriften |
Ein Thema anbieten und nach der Folge Beschreibung und Abschrift prüfen |
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Foren und Gruppen |
Fachforen, LinkedIn-Gruppen, Kommentare unter Fachbeiträgen |
Fachlich antworten statt werben, mehr dazu in Lektion 8 |
Listen und Vergleiche verdienen besondere Aufmerksamkeit. In der AirOps-Auswertung standen fast 90 Prozent der Nennungen auf fremden Seiten in genau solchen Formaten. Prüfen Sie deshalb, welche Listen und Vergleiche in Ihrem Test aus Lektion 3 als Quellen auftauchten und ob Ihr Unternehmen dort fehlt.
Welche Rolle spielen Bewertungen, und was können Sie tun gegen alte ggf. negative Bewertungen?
Bewertungen spielen eine große Rolle, weil sie für die KI die sichtbarste Form fremder Bestätigung sind und weil sie zeigen, dass ein Unternehmen heute aktiv ist. In der Befragung von G2 nannten 45 Prozent der Softwareeinkäufer Zitate aus Bewertungsportalen als das Signal in KI-Antworten, das ihnen am meisten Vertrauen gibt.
Für die Praxis im Mittelstand haben sich drei Gewohnheiten bewährt. Bitten Sie regelmäßig um Bewertungen, zum Beispiel nach jedem abgeschlossenen Projekt, statt einmal im Jahr eine große Aktion zu starten. Verteilen Sie die Bewertungen auf die Portale, die in Ihrem Test aus Lektion 3 als Quellen auftauchten, und denken Sie an Arbeitgeberportale wie kununu, weil Bewerber dieselbe KI fragen und beantworten Sie am besten jede Bewertung, auch die kritische, sachlich und mit Namen.
Gegen alte negative Bewertungen hilft vor allem das, was danach kommt. Eine sachliche Antwort unter der alten Kritik zeigt, dass das Problem gelöst wurde, und neue, positive Bewertungen verschieben das Bild. Was Sie auf keinen Fall tun sollten: Bewertungen kaufen, bestellen oder selbst schreiben lassen. Die Übermittlung oder Beauftragung gefälschter Bewertungen ist nach dem Anhang zum Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb seit dem 28. Mai 2022 ausdrücklich verboten, wie auch die IHK Hannover zusammenfasst.
Wie kommen Kunden, Partner und Verbände in die Antwort der KI?
Kunden, Partner und Verbände kommen in die Antwort der KI, wenn sie auf ihren eigenen Seiten über Ihr Unternehmen schreiben, und das lässt sich gezielt anstoßen. Am einfachsten denken Sie dabei in Stufen, von günstig und schnell bis aufwendig und langfristig.
- Eigene Fremdprofile vollständig pflegen: Google-Unternehmensprofil, Bing Places, LinkedIn, Branchen- und B2B-Verzeichnisse, IHK und Verbände (siehe Lektion 5).
- Kunden und Lieferanten einbinden: eine Referenz auf der Website des Kunden, ein Eintrag im Partnerverzeichnis des Maschinenherstellers, ein gemeinsamer Beitrag auf LinkedIn.
- Bewertungen regelmäßig sammeln: auf mehreren Portalen, jede beantwortet.
- Fachbeiträge und Auftritte: ein Gastbeitrag in einer Fachzeitschrift, ein Vortrag auf einer Messe, ein Gespräch in einem Branchenpodcast, ein Beitrag im Verbandsmagazin.
- Pressearbeit: Meldungen und Berichte in Medien, die die KI liest. Sie wirkt am stärksten, wenn die unteren Stufen schon tragen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Zulieferer liefert seit Jahren an einen bekannten Maschinenbauer, taucht aber nirgends auf dessen Website auf. Eine kurze Anfrage genügt, und der Kunde nennt ihn in einer Referenzgeschichte über ein gemeinsames Projekt. Für die KI ist das eine Bestätigung von außen, mit Branche, Leistung und Namen, und für künftige Kunden ein starkes Argument. Aufwand: eine E-Mail und ein Telefonat.
Wie verdienen Sie jeden Monat eine Erwähnung?
Eine Erwähnung im Monat verdienen Sie am zuverlässigsten mit einer festen Liste von Gelegenheiten, aus der Sie jeden Monat eine auswählen. Zwölf Erwähnungen im Jahr ergeben eine Spur, der die KI folgen kann. Und sie kosten meist weniger Zeit als eine einzige große Kampagne.
- Einen Kunden nach Projektabschluss um eine Referenz auf seiner Website bitten.
- Einem Fachmedium einen Anwenderbericht oder eine Einschätzung zu einer Branchenfrage anbieten.
- Einen kurzen Beitrag für den Newsletter des Verbands oder der Kammer schreiben.
- Prüfen, ob Ihr Unternehmen in den Listen und Vergleichen Ihrer Branche steht, und fehlende Angaben einreichen.
- Einem Branchenpodcast ein Thema vorschlagen, zu dem Sie wirklich etwas zu sagen haben.
- Eine Fachfrage in einem Forum oder einer Gruppe ausführlich beantworten.
Welche Rolle LinkedIn und YouTube dabei spielen und wie oft Sie dort präsent sein sollten, zeigt Lektion 8.
Die KI hört vor allem zu, was andere über Sie sagen. Sorgen Sie dafür, dass es etwas zu hören gibt.
Wann lohnt sich Pressearbeit für die KI-Sichtbarkeit?
Pressearbeit lohnt sich für die KI-Sichtbarkeit dann besonders, wenn die unteren Stufen der Leiter schon tragen, also Profile, Kunden und Bewertungen ein stimmiges Bild ergeben. Dann verstärkt eine Meldung in Medien, die die KI liest, ein Bild, das bereits da ist. Journalismus macht nach Muck Rack rund ein Viertel aller zitierten Quellen aus, dieser Anteil ist seit Juli 2025 übrigens stabil geblieben.
Anlässe gibt es im Mittelstand mehr, als man denkt:
- Eine neue Anlage
- Eine Zertifizierung
- Ein Jubiläum mit Substanz
- Ein Projekt mit einem bekannten Kunden
- Eine Nachfolge
- Neue Mitarbeiter
- Neue Technologien
- Expansion ins Ausland
Wer solche Anlässe sammelt und zwei bis vier Mal im Jahr eine gute Meldung daraus macht, baut über die Zeit eine Spur auf, der die KI folgen kann.
Was schadet Ihrer KI-Sichtbarkeit mehr, als es nützt?
Mehr schadet als nützt alles, was Bestätigung vortäuscht, statt sie zu verdienen. Dazu gehören gekaufte Bewertungen, gekaufte Links auf Seiten ohne Leser, massenhaft erzeugte Texte ohne Substanz und Videos, die nur unterhalten. Gekaufte Bewertungen sind darüber hinaus verboten. Und massenhafte Inhalte ohne Bezug zu Ihrem Angebot machen das Bild für die KI eher unschärfer als klarer.
Ihr nächster Schritt
Suchen Sie im Netz alles, was über Ihr Unternehmen steht und nicht von Ihnen selbst stammt, und tragen Sie es in eine Liste ein, mit Quelle und Datum. Wählen Sie danach drei zufriedene Kunden aus und bitten Sie jeden um eine Bewertung, eine Referenz auf seiner Website oder einen gemeinsamen Beitrag. Drei kurze Gespräche genügen für den Anfang.
Das Wichtigste in Kürze
Weiter mit Lektion 8
Wie oft sollte ein Unternehmen auf LinkedIn posten, damit ChatGPT es kennt?
Social Media für die KI-Sichtbarkeit: Rhythmus, Wochenvorlage für Beiträge und wann sich YouTube lohnt.
Quellen
- Muck Rack: Earned media still drives 84% of AI citations. 07.05.2026
- Ahrefs: Top Brand Visibility Factors in ChatGPT, AI Mode, and AI Overviews (75k Brands Studied). 12.12.2025
- G2: Half of B2B Software Buyers Now Start Their Research With AI Chatbots. April 2026
- Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), Anhang zu § 3 Absatz 3, Nr. 23b und 23c
- IHK Hannover: Wettbewerbsrecht, neue Regeln gelten ab 28. Mai. Abgerufen am 28.09.2026
- AirOps: The Influence of Offsite Signals in AI Search. 17.10.2025
Vertiefung: Brand Mentions ohne Link · Earned Media und GEO · Gastbeiträge für KI · Pressemitteilungen für KI · Geschäftsführung in KI-Antworten · Reddit und KI-Suche
Wen empfiehlt ChatGPT, wenn Ihre Kunden fragen?
Vielleicht Sie, vielleicht Ihren Wettbewerber. Im kostenlosen Erstgespräch sehen wir gemeinsam nach, was ChatGPT, Gemini und Perplexity heute über Ihr Unternehmen sagen, woher diese Antworten stammen und wo sich Arbeit für Sie wirklich lohnt. Und wenn eine einmalige Prüfung genügt, sagen wir Ihnen das offen.
FAQ Häufig gestellte Fragen

Über den Autor
Simon Hubert
Gründer und Geschäftsführer der GEO Agentur Hubert Strategies
Simon Hubert ist Gründer der GEO Agentur Hubert Strategies in Göttingen und arbeitet an generativer Suchmaschinenoptimierung, Entity SEO, Knowledge-Graph-Strukturen und KI-Sichtbarkeit in ChatGPT und Co. Seine erste Digitalagentur gründete er 2011. Er hält einen Master in Business Informatics der Universität Mannheim und ist seit über 20 Jahren in Digitalisierung und IT unterwegs, mehrere Jahre davon in Großkonzernen.
Dieser Beitrag ist Teil des GEO-Leitfadens für den Mittelstand und gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. KI-Systeme entwickeln sich schnell; genannte Zahlen sind den verlinkten Quellen entnommen und können sich ändern.
